Die adaptive differentielle Codierung (ADPCM) wird auf jedes Teilband einzeln angewandt. Als Ergebnis erhält man ein dekorreliertes Teilbandsignal, das in zeitbasierte Differenzsignale umgewandelt wurde.

ADPCMDer Encoder-Prozeß nutzt dabei die Subtraktion eines Schätzwertes (Lineare Prädiktion LPC) vom Eingangssignal. Das Differenzsignal wird anschließend re-quantisiert und dann dem Decoder übermittelt. Im Decoder wird der Schätzwert wieder hinzugefügt und ergibt so das Ursprungssignal.

Existiert eine hohe Korrelation im Originalsignal, so kann eine gute Schätzung für die Werte durchgeführt werden. Durch die Subtraktion der Schätzung vom Eingangssigal wird ein kleines Fehlersignal erzeugt, das signifikant kleiner ist als das Eingangssignal. Daher kann das Differenz-Signal erheblich effizienter requantisiert werden als das original PCM-Signal. Allerdings erzeugt eine schlechte Schätzung ein relativ großes Differenzsignal, welches nicht gut genug requantisiert werden kann.

Da ADPCM nur für korrelierte Audiosignale effektiv ist, läßt sich bei kohärenter Audiocodierung in jedem der 32 Teilbänder der ADPCM-Prozeß individuell an- und abschalten. Dazu wird der zu erwartende Codierungsgewinn geschätzt.

Bei DTS-Codierung werden dabei zwei ADPCM-Codierungsschleifen durchlaufen. Die erste ist eine Schätz-Schleife, in der alle notwendigen Nebeninformationen für das Datensignal berechnet werden. Anschließend folgt der echte ADPCM-Prozeß. Abschließend werden die kodierten Daten zusammen mit den Nebeninformationen zu einem korrekten Übertragungsmuster gepackt. Dies geschieht in einem Multiplexer.

Eine adaptive lineare Vorwärts-Prädiktion vierter Ordnung (LPC-Analyse) wird eingesetzt, um die Prädiktionskoeffizienten zu erzeugen. Dies wird durch Analyse des aktuellen Audiosamples erreicht.

Damit ein Decoder das Differenzsignal zum Ausgangssignal rekonstruieren kann, benötigt er als Nebeninformation diese Prädiktionskoeffizienten, die beim Encoder im Multiplexer dem Differenzsignal zugesetzt werden. Dabei werden Koeffizienten nur dann übertragen, wenn in dem zugehörigen Teilband die ADPCM aktiviert ist. Ist der Prädiktionsgewinn als zu gering geschätzt, wird auf ADPCM verzichtet.